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News vom 06.01.2010
Personalguru Jörg Knoblauch spricht auf Einladung der Javeco GmbH - Mitarbeitersuche
Das Business-Theater Tinko und der Erfinder der Temp-Methode, Personalguru Jörg Knoblauch, erzählen, wie man gutes Personal findet und halten kann.
Um Chefs in Mitarbeiterfragen zu sensibilisieren, hatte die Personalberatung und Vermittlung für den Mittelstand, die Javeco GmbH in die Friedberger Stadthalle eingeladen. Vor mehr als 100 Zuhörern erzählte das Business-Theater Tinko von der Schwierigkeit, gute Leute zu finden, ehe der Erfinder der Temp-Methode, Jörg Knoblauch, Tipps gab, wie Firmen gutes Personal suchen und halten können.
Das temporeiche Stück der Theatergruppe Tinko zur Einführung spiegelte auf witzige Weise wider, wie schwierig es ist, dass Betrieb und Beschäftigte zusammenfinden. Anschaulich die Szene, als der Chef seinen Hausmeister auf die Straße schickt, um neue Mitarbeiter zu "schanghaien". Die Gastgeberinnen Pia Tischer und Ursula Krämer, Geschäftsführerinnen der Personalberatung Javeco aus Friedberg setzen auf effektivere Methoden, um einfach die richtigen Mitarbeiter zu finden. Ihnen zur Seite sprang Jörg Knoblauch. Mit seiner These: "Das wichtigste sind nicht die Kunden, sondern die Mitarbeiter", provozierte der Bestsellerautor gekonnt. Trotz Wirtschaftskrise sieht der Professor, dass Firmen den "Krieg um Talente" mit immer härteren Waffen führen. Nur wer die richtigen Leute hat, kann im globalen Wettbewerb bestehen, erklärte der Giengener.
Dabei stufte er Mitarbeiter in drei Kategorien ein. Angelehnt an eine aktuelle Gallup-Studie seien 13 Prozent der Beschäftigten A-Mitarbeiter. "Die ziehen den Karren, das sind Unternehmer im Unternehmen", verdeutlichte Knoblauch. Das Gros seien allerdings mit 67 Prozent die B-Kräfte. "Die kommen um neun, gehen um fünf Uhr und wollen ansonsten ihre Ruhe", umschrieb der Redner, der mehr als 30 Bücher zum Thema Personal und Motivation verfasst hat, diese Mitarbeiter. 20 Prozent der Beschäftigten hätten bereits innerlich gekündigt. Knoblauch nennt sie C-Mitarbeiter. "Ich empfehle Chefs, ihren C-Leuten einen Brief zu schreiben, in dem sie deren Gehalt als Spende betrachten", spitzte er zu.
Wie man mehr As bekommt erklärte der 60-Jährige am Beispiel seines eigenen Unternehmens. Von seinen Beschäftigten seien 91 Prozent A- und nur neun Prozent B-Mitarbeiter. Diesen, aus seiner Sicht traumhaften Zustand, habe die Firma erreicht, weil er seine Leute zu Mit-Unternehmern gemacht habe. Denn auch bei Knoblauch standen früher Beschäftigte zusammen und beschwerten sich über das raue Klima. "Wir haben erkannt, dass unsere Leute das wichtigste Kapital sind", gibt Knoblauch zu, um daraufhin einen Prozess in Gang zu setzen, der Transparenz und Wertschätzung zum Ziel hat: Die Temp-Methode.
Als Beispiel nannte der Spezialist eine monatliche Mitarbeiterzeitung, in der über Auftragseingang oder neue Kollegen berichtet wird. Oder einen Kontaktabend, zu dem der Chef einlädt, um über die Firmen-Philosophie zu reden. Auch Jobrotation stärke nach seiner Ansicht den Teamgeist und motiviere Mitarbeiter viel mehr als finanzielle Anreize. Aber auch dazu hat er eine Idee: Das Gehalt an Ziele zu koppeln sei ein wichtiger, erster Schritt, "um aus Mitarbeitern Mit-Unternehmer zu machen." Persönlich wichtig war dem impulsiven und engagierten Redner die Wertschätzung. Jeder Mitarbeiter sucht Lob und Anerkennung für das, was er tut. Normal ist es, jemanden zu finden, der etwas falsch macht, um ihn dafür zu tadeln. "Wir versuchen bewusst Mitarbeiter zu finden, die etwas richtig machen, um sie dafür zu loben", war an diesem Abend ein guter Rat, für den keiner etwas bezahlen musste. Javeco-Chefin Tischer, die mit ihrem fünfköpfigen Team in Mittelhessen für Mittelständler passende Mitarbeiter findet, bestätigte Knoblauchs Ideen. Auch sie wendet die Temp-Methode an, um ihr Unternehmen in kleinen Schritten voranzubringen.




